Selbstständige sind von der Coronakrise stark betroffen

Laut einer Studie des ifo Instituts sind vor allem Selbstständige von den negativen Auswirkungen der Coronakrise auf die eigene finanzielle und wirtschaftliche Situation betroffen. Für viele sind die entstanden Schäden existenzbedrohend. Aufgrund der Umsatzrückgänge müssen sie auf private Ersparnisse zurückgreifen, um ihr Geschäft am Leben zu erhalten. Unter den 30.000 Befragten konnten mehr als die Hälfte der Selbstständigen während der Pandemie ihrer Arbeit gar nicht oder nur noch eingeschränkt nachgehen.

Dafür hatte die Bundesregierung bereits Soforthilfen eingeführt, die schnell Abhilfe schaffen sollten. Doch bereits hier hatte es erste Kritik gegeben, denn es wurden nur bestimmte Kosten bezuschusst. So konnten Selbstständige beispielsweise finanzielle Unterstützung für ihre Büromiete beantragen. Allerdings arbeiten viele Selbstständige gar nicht von einem Büro aus, sondern von zu Hause und konnten diese Hilfen nicht in Anspruch nehmen.

Was sind Überbrückungshilfen?

Nachdem diverse Corona-Maßnahmen gelockert wurden und die Wirtschaft wieder hochfährt, will der Bund nun kleine und mittelständische Unternehmen sowie Selbstständige unterstützen, die erhebliche Umsatzrückgänge verzeichnen konnten. Seit Anfang des Monats können Anträge für sogenannte Überbrückungshilfen gestellt werden. Diese sollen für die Monate Juni bis August zur Verfügung stehen. Dabei werden Betriebskosten bis zu 150.000 Euro erstattet. Insgesamt steht dem Bund dafür 25 Milliarden Euro zur Verfügung.

Verbände üben Kritik an Überbrückungshilfe

Allerdings werden die Überbrückungshilfen auch kritisch gesehen. Denn sie können nur von Steuerberatern und -beraterinnen beantragt werden und viele Selbstständige machen ihre Steuer selbst. Selbst die Selbstständigen, die sich jetzt noch einen Steuerberater suchen, haben höchstwahrscheinlich keine Chance auf die staatliche Hilfe, denn Steuerberater stellen diese Anträge meist nur für bestehende Kundinnen und Kunden. Das würde Selbstständige am Ende wahrscheinlich mehr kosten, als sie durch die Hilfen zurückerhielten.

Was die Überbrückungshilfen ebenfalls nicht berücksichtigen, sind die Verluste, die erst zeitversetzt einsetzen. Das kritisierte der Bundesverband der Freien Berufe (BFB). Das Zeitfenster der Überbrückungshilfen sieht keinen Ersatz für nachlaufenden Umsatzausfall vor, was bei vielen Freiberuflern der Fall sei. Sie werden erst später im Jahr die Auswirkungen der Coronakrise auf ihre Rechnungslegung spüren. Ein weiterer Vorschlag des BFB beinhaltet die zusätzliche Deckung des Lebensunterhalts. Viele Selbstständige könnten aktuell private und betriebliche Ausgaben gar nicht trennen. Vor allem die Bürokratie der staatlichen Hilfen wurden kritisiert.

Haben Sie während der Coronakrise ebenfalls Umsatzeinbußen erlebt? Erfahren Sie, wie Sie Ihr Kleinunternehmen trotzdem am Laufen halten:

Quelle: ifo Institut